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Unsere Schiffe

Der Verein verfügt über eine stattliche Flotte verschiedener Boote. Flaggschiff ist die SHALOM, ein zweimastiger offener Holzkutter, der früher als Beiboot der Gorch Fock über die Weltmeere kreuzte. Sie bietet, ebenso wie die baugleichen Schwesterschiffe SHALUPP, JULIUS und AUGUST, Platz für 14 angehende Leichtmatrosen, davon können bis zu zwei Personen pro Boot im Rollstuhl sitzend mitfahren und mitarbeiten. Die robusten Marinekutter der Klasse 2, die als  Arbeits- und Rettungsboote für die Hochsee konstruiert wurden, sind durch ihre Vielseitigkeit und ihr Platzangebot ideale erlebnispädagogische Boote, die für alle angehende Leichtmatrosen eine Aufgabe bieten. Die Kutter lassen sich nicht nur mit bis zu drei Segeln segeln, sondern können auch mit bis zu acht Riemen (Ruder) über den See gepullt (gerudert) werden. Alle vier Schiffe sind aus Sicherheitsgründen mit einem Außenbordmotor ausgestattet.

Bei Jugendlichen sehr beliebt ist auch der Zweimast-Minikutter ROBINSON. Er bietet Platz für fünf Personen und ist aufgrund seiner gutmütigen Segeleigenschaften ein ideales Übungsboot für Anfänger. Die Ähnlichkeit der Besegelung zu den Kuttern trägt dazu bei, dass sich die Teilnehmer schnell zurecht finden und eigenständig als Kapitän einen Robinson steuern können.

Acht CANADIER für jeweils zwei bis drei Leichtmatrosen runden die Flotte des VSS ab und ermöglichen an Flautentagen Paddeltouren über den Bodensee.

Alle Angebote mit dem ROBINSON oder den CANADIERN, werden immer von den Skippern angeleitet und begeleitet. Sicherheit hat bei den Segelfreizeiten höchste Priorität, daher werden auf dem Wasser ohnmachtsichere Rettungswesten getragen.

Nähere Informationen zu unseren Schiffen

Das Flaggschiff des Vereins für sozialpädagogisches Segeln e.V. ist der Kutter SHALOM. Die SHALOM ist ein luggergetakelter Marinekutter der Klasse zwei aus Eiche und Mahagoni. Sie ist diagonal karweel beplankt. Vermutlich wurde sie für die "Gorch Fock", die 1958 als Segelschulschiff der Bundes Marine in Dienst gestellt wurde, als Arbeits-, Ausbildungs- und Rettungsboot bei de Dood, Bremen, gebaut. Ihr Platz war bis 1971 der steuerbord achtere Davit der "Gorch Fock". Sie wurde ausgemustert, da ab 1972 auf Hochseeschiffen nur noch Bei- und Rettungsboote aus Kunststoff oder Metall zugelassen waren. Bei Holzbeibooten gab es das große Problem, dass sie bei schlechter Wartung im Notfall oft nicht mehr schwimmfähig waren.

Die nächsten Jahre segelte die Marinekameradschaft München den Kutter unter dem Namen "Gorch Fock Junior" auf dem Starnberger See. 1978 wurde der Kutter mehrmals stark beschädigt und auch einmal versenkt. 1979 konnte der VSS sie für damals 2.100 DM (plus 12% Mehrwertsteuer) von der VEBEG (Verwertungsgesellschaft bundeseigener Güter) als „nicht schwimmfähig“ersteigern.

Auf dem Gelände der Fachhochschule für Sozialwesen in Reutlingen restaurierten die ersten Vereinsmitglieder das Schiff: Holzteile wurden erneuert, ein kleines Loch repariert, sechs Schichten Farbe abgekratzt und vieles mehr. Letztendlich konnte der Kutter im Juni 1979 an den Bodensee transportiert werden und fuhr im Juli seine erste Segelfreizeit unter dem neuen Namen SHALOM im Dienst des Vereins für sozialpädagogisches Segeln e.V.

Die SHALOM hat nun schon ihren vierten Außenbordmotor und wird jeden Winter restauriert und instandgehalten. 2016 erhielt sie einen neuen Heckspiegel und eine neue Motoraufhängung. 2017 wurden neue Heckduchten eingebaut.

Typ:   

Offener Marinekutter Klasse 2 (K 2 K)

Werft: de Dood & Sohn, Bremerhaven
Baujahr: ca. 1958
Länge ü.a.: 9,20 m
Breite: 2,18 m
Material Rumpf: Mahagoni auf Eiche
Segelfläche: ca. 33 m2
Takelage: Lugger
Riemen: 10
Gewicht: ca. 2.050 kg
Zulassung: 16 Personen
Motor: 

Yamaha Arbeitsmotor 10 PS (Baujahr 1996)

Heimathafen: Konstanz-Wallhausen
Im VSS: seit 1979 Flaggschiff des VSS
Besonderheit: Beiboot des Segelschulschiffs der Bundesmarine "Gorch Fock" 1958-1971

 

Über die Geschichte der SHALUPP ist nur sehr wenig bekannt. Wir schätzen, dass sie um 1920 als Ausbildungsschiff gebaut wurde und lange Zeit auf der Elbe und Ostsee fuhr. Ihr Rumpf ist durch die bis zu 25 mm dicken Eichenplanken, sowie die auf der ganzen Länge eingezogenen Spanten sehr robust. Sie ist einfach karweel beplankt, war also kein Beiboot auf einem Hochseeschiff.

1993 kaufte der Verein für sozialpädagogisches Segeln e.V. den Marinekutter vom "Segelzentrum Haus Warwisch" aus Hamburg und restaurierte ihn grundlegend in Reutlingen in einem ehemaligen Stall auf einem Kasernengelände. Bis heute wurde auch vieles an der SHALUPP erneuert, aber der ursprüngliche Charakter des Kutters blieb erhalten. Sie hat 2013 ihren zweiten Außenbordmotor erhalten.

Typ:   

Offener Marinekutter Klasse 2 (K 2 K)

Werft: unbekannt
Baujahr: unbekannt, vielleicht um 1920
Länge ü.a.: 9,40 m
Breite: 2,04 m
Material Rumpf: Eiche auf Eiche
Segelfläche: ca. 33 m2
Takelage: Lugger
Riemen: 12
Gewicht: ca. 2.035 kg
Zulassung: 16 Personen
Motor: 

Suzuki 20 PS (Baujahr 2013)

Heimathafen: Konstanz-Wallhausen
Im VSS: seit 1993

Der JULIUS ist ein Marinekutter der Klasse zwei und wurde 1954 möglicherweise in der gleichen Werft (De Dood und Sohn, Bremerhaven), wie auch die SHALOM gebaut. Dem entsprechend ist er ihr auch sehr ähnlich. Was ihn allerdings deutlich abhebt, ist seine Farbe: Julius trägt weiß, an Rumpf und Segeln.

Der Verein für sozialpädagogisches Segeln hat ihn 1996 vom akademischen Seglerverband aus Kiel gekauft. Er durfte als einziger Kutter seinen ursprünglichen Namen behalten, da beim Transport in den Süden ein mit Kreide (oder vielleicht Lippenstift?!) gemalter Abschiedsgruß auf seinem Heckspiegel entdeckt wurde: „Tschüss Julius“ mit Blümchen und Herzen dekoriert.

Im Winter 2012/13 wurde er zuletzt grundlegend überholt und das ganze Boot mit Glasfaser und Epoxid-Harz beschichtet.

Typ:   

Offener Marinekutter Klasse 2 (K 2 K)

Werft: de Dood & Sohn, Bremen
Baujahr: 1954
Länge ü.a.: 9,20 m
Breite: 2,07 m
Material Rumpf: Mahagoni auf Mahagoni
Segelfläche: ca. 31 m2
Takelage: Lugger
Riemen: 10
Gewicht: ca. 1.980 kg
Zulassung: 16 Personen
Motor: 

Yamaha, 10 PS

Heimathafen: Konstanz-Wallhausen
Im VSS: seit 1997

 

Der Jugendwanderkutter (JWK) AUGUST wurde 2015 dem Verein für sozialpädagogisches Segeln e.V. von dem Hamburg-Harburger Segelverein angeboten. 2016 wurde in Zusammenarbeit mit der Volksbank Überlingen eine Crowdfunding Aktion gestartet, um den Kutter zu erwerben. Alle Erwartungen wurden übertroffen. Außerdem erhielt der VSS noch Spenden des Lions Clubs Überlingen und von einer Unternehmerwitwe aus Überlingen. Deshalb erhielt er auch den Namen "August" nach ihrem verstorbenen Mann, der auch begeisteter Segler war. Durch die hohen Spenden war der VSS in der Lage, außer dem Erwerb des Bootes und des Transportes, auch einen Außenbordmotor und einen passenden Bootstrailer anzuschaffen.

Typ:   

Offener Jugendwanderkutter (JWK)

Werft: 

Burmester, Bremen

Baujahr: 1968
Länge ü.a.: 9,20 m
Breite: 2,28 m
Material Rumpf: Mahagoni auf Mahagoni
Segelfläche: ca. 34 m2
Takelage: Lugger
Riemen: 10
Gewicht: ca. 1.980 kg
Zulassung: 16 Personen
Motor 

Yamaha Arbeitsmotor 10 PS, Baujahr 2017

Heimathafen: auf der Suche
Im VSS: seit 2017

 

Die Minikutter ROBINSON wurden vom Segelzentrum Haus Warwisch in Hamburg entwickelt. Sie suchten eine kleinere und leichtere Alternative zu den Jugendwanderkuttern, bzw. Marinekuttern. Da sie keine geeignete Jolle finden konnten, beschlossen sie 1977, von einem Schiffsbaukonstrukteur eine eigene entwickeln zu lassen. Die ROBINSON Jollen sind nur in einem Selbstbausatz zu erhalten. Man kann sie mit Kindern ab ca. 12 Jahren selbst bauen. Sie besitzen eine ähnliche Takelage wie die großen Kutter mit zwei Masten, allerdings mit Sprietsegeln. Sie sind sehr sicher und solide konstruiert und können von bis zu fünf Besatzungsmitgliedern gesegelt oder auch gepaddelt werden. Es ist ein ideales und robustes Anfängerboot. Da sie unter 12m² Segelfläche haben, können sie unter Anleitung auch ohne Bodenseepatent gesegelt werden. Michael Zube lernte den ersten ROBINSON 1980 beim Blindensegeln in Bregenz kennen, war begeistert und wollte unbedingt auch einen für den VSS haben. Es dauerte bis 1986, bis er bei einem Bootsbau Seminar in Hamburg einen selber bauen und für den VSS kaufen konnte. Der zweite Robinson wurde von unserem Vereinsmitglied Peter Wanner mit seinen Schülern in Tübingen gebaut.

Typ:   Robinson
Werft: Eigenbau
Baujahr: 1986
Länge ü.a.: 5,80 m
Breite: 1,40 m
Material Rumpf: Mahagoni Bootsbausperrholz
Segelfläche: ca. 11,9m²
Takelage: Spriet
Ruder: 4
Gewicht: ca. 100 kg
Zulassung: 5 Personen
Heimathafen: Klausenhorn (Konstanz)
Im VSS: seit 1986

 

Mit den acht Candadiern des Vereins für sozialpädagogisches Segeln e.V. können zwei bis drei Teilnehmer eigenständig über den See paddeln. Gerade die Uferkante entlang des Überlinger Sees und der Teufelstisch lassen sich wunderbar vom Candadier aus besichtigen. Hierbei lässt sich erleben wie wichtig Teamarbeit und die Rolle der Steuerfrau oder des Steuermanns ist.

Selbstverständlich werden auch alle Paddeltouren des Vereins immer von sozialopädagogischen Skippern begleitet.